Erläuterungen zu ›Kaff auch Mare Crisium‹

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Der Kommentar besitzt aktuell 428 Einträge. Die letzte Änderung erfolgte am 5. April 2021.

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121.21
‹STRANGERS WHEN WE MEET› […] ‹SECOND ENDING› […] ‹BLACKBOARD JUNGLE› […] ‹A MATTER OF CONVICTION›

Romane von Evan Hunter, von denen Schmidt drei übersetzte: ›Strangers when we meet‹ (›An einem Montagmorgen‹), ›Second Ending‹ (›Aber wehe dem einzelnen‹) und ›A matter of conviction‹ (›Recht für Rafael Morrez‹. ›Blackboard Jungle‹ erschien 1954; s.a. S. 33.39.

122.11
infolgedessn volle 843 am Lager! (‹Vertrack von Verdun› mußte man jedesmal denkn.

 Wikipedia:

Im Vertrag von Verdun wurde am 10. August 843 die Aufteilung des Fränkischen Reichs in Westreich (Frankreich), Ostreich (Deutschland) und Mittelreich (Lothringen) beschlossen.

122.18
(Und was das ‹indiwieduelle Vorgehen› nich geschafft hatte, leistete ergänzend unsere ‹Lumbeck=Kulltur› – […] (Von denen drei=Viertel bereiz aus loosn Blättern beschtandn: Oh Lumbecklumbeck, graußer Lumbeck=Du!)

Als »Lumbecken« bezeichnet man eine 1936 von Emil Lumbeck entwickelte Klebebindung bei Büchern. – Vgl. auch:

›Schutzrede für ein graues Neutrum‹ (1963/64; BA III, 4, S. 348):

Freilich ist es für Angehörige der Lumbeck=Kultur nicht einfach […].

›Zur Notausgabe das Notregister‹ (Februar 1969; BA III, 4, S. 435):

in unserer lüderlichen LUMBECK=Welt

›Zettel’s Traum‹ (1963–1969; BA IV, 1, S. 1174):

Sie reckte Mir […] den Lumbeck=Dreck her

122.20
‹Schnur-Kerramickern›

Wikipedia:

Als schnurkeramische Kultur […] bezeichnet man zusammenfassend einen Kulturkreis der Kupfersteinzeit am Übergang vom Neolithikum zur Bronzezeit. Die Schnurkeramik ist nach der charakteristischen Gefäßverzierung benannt, bei der mit einer Schnur umlaufende Rillenmuster in den Ton eingedrückt wurden […]

122.20
‹Aunjetitzer Kulltuhr›

Wikipedia:

Der Begriff Aunjetitzer Kultur (tschechisch Únětická kultura; benannt nach dem Fundort Únětice/Aunjetitz in Böhmen, nördlich von Prag) bezeichnet eine Sachgütergemeinschaft der Frühbronzezeit im Zeitraum von ca. 2300 v. Chr. bis 1600/1500 v. Chr. Sie geht aus den endneolithischen Kulturen der Glockenbecher und Schnurkeramik hervor.

122.24
‹FROM HERE TO ETERNITY›

Roman von James Jones. – Im Juni/Juli 1958 bot der S. Fischer-Verlag Schmidt den Roman ›Some Came Running‹ von James Jones zur Übersetzung an (s. BAA S. 183), Schmidt lehnte ab.

122.35
Von Einem, der sich selbst ‹SAINT MARTIN› genannt hatte, ‹Le Crocodile; ou la Guerre du Bien et du Mal: Poeme Epico=Magique en CII Chants.›

Louis-Claude de Saint-Martin (1743–1803), frz. Philosoph; schrieb: ›Le Crocodile, ou la Guerre du Bien et du Mal, arrivée sous le règne de Louis XV; Poème épiquo-magique en 102 chants‹, Paris, L’Imprimerie-Librairie du Cercle-Social 1798.

122.38
ein weiland Rackeetist, n gewisser Brown

Wernher von Braun; entwickelte für Nazideutschland die V2, ging 1945 in die USA, wo er ab 1960 die amerikanischen Mondraketen entwickelte.

123.13
HAJJI BABA OF ISPAHAN

›The Adventures of Hajjî Baba of Ispahan‹ (1824) ist ein Roman von James Justinian Morier (1780–1840). Laut Arno Schmidts Tagebuch las Schmidt den Roman am 22. und 23. August 1959. Schmidt besaß zwei Ausgaben (BVZ 569.1 u. 569.2). Am 26. Dezember 1959 schrieb Schmidt an Wollschläger (BHW, S. 215):

Könnte es sein, daß May den Engländer James MORIER gelesen hatte? An einzelnen Stellen des ›HADSCHI BABA‹ oder des ›MIRZA‹ habe ich daran denken müssen.

124.1
Hanley=hier hatte ein dreifaches Register angeferticht

Vermutlich Anspielung auf Miles L. Hanley, Autor von ›Word Index to James Joyce’s Ulysses‹ (1937).

124.11
»Und=Du giepst=mier vom weichn Fühle gefällichst träumend ½ Gehör, ja?«. – (‹Blaff›. – ‹Dormi! Che vuoi tu piú?› .....

Anspielung auf die erste Strophe von Goethes ›Nachtgesang‹:

O gib, vom weichen Pfühle,
Träumend, ein halb Gehör!
Bei meinem Saitenspiele
Schlafe! was willst du mehr?

Goethe hat das Gedicht nach dem Vorbild eines italienischen Volksliedes mit dem Refrain ›Dormi, che vuoi di più‹ (= Schlafe! was willst du mehr?) geschrieben.

124.33
Hodgson, der Mormone

Evtl. eine Anspielung auf den mormonischen Architekten Lewis S. Hodgson.

124.39
und abbaddonnische Namen ohn’ Ende

Offenbarung 9,11:

sie hatten über sich einen König, den Engel des Abgrunds; sein Name heißt auf Hebräisch Abaddon, und auf Griechisch hat er den Namen Apollyon.

125.12
Jean Astruc? – Potz Elohist & Jahwist

Meyer:

Astruc […] Jean, Doktor und Professor der Medizin in Paris, geb. 1684, gest. daselbst 1766, ließ 1753 zu Brüssel die »Conjectures sur les mémoires originaux dont il paroit que Moyse s'est servi pour composer le livre de la Genèse« erscheinen, wodurch er, den Unterschied einer elohistischen und einer jehovistischen Quelle erkennend, zum Begründer der neuern Kritik des Pentateuchs (s. d.) geworden ist.

125.14
(die Mormonen kauten ja genau so wacker an Zarahemla & Liahona.)

›Zarahemla‹ ist im Buch Mormon der Name eines Landes und einer Stadt in Amerika der vorchristlichen Zeit; ›Liahona‹ ist ein besonderer Richtungsweiser. – Bereits am 8. November 1956 bot Schmidt Anersch ein Nachtprogramm über das ›Buch Mormon‹ an (BAA, S. 96), im Mai 1958 schrieb er einen ersten Entwurf zu einem solchen Nachtprogramm (BA Sup 1, S. 201–205), im Mai 1961 arbeitete er das Material zu einem Essay um (›Das Buch Mormon‹, BA III, 4, S. 65–77).

125.15
‹Die Penuel=Sage – Jaqobs Ringkampf mit der Gottheit›.

›Jaqobs Ringkampf mit der Gottheit‹ ist die Überschrift des 51. Kapitels von: ›Genesis‹, übersetzt und erklärt von Hermann Gunkel. Schmidt besaß die 3. Auflage von 1910 (BVZ 806; Besitzervermerk: »Arno Schmidt 19.V.1958«). Der Bericht ist teilweise aus Gunkels Kommentar montiert. – ›Penuel‹ (1. Moses 32.31):

Und Jakob hieß die Stätte Pniel; denn ich habe Gott von Angesicht gesehen, und meine Seele ist genesen

Laut Arno Schmidts Tagebuch beschäftigte er sich bereits am 21. Mai 1958 mit der Sage; am 22.5. notiert er:

Lese Genesis=Kommentar: Hochinteressant!!

127.2
Und das ‹güldene Halsband› PROVERBIEN 11, 21, war im Original n ‹Naasn=Rink› ?!

Die ›Proverbien› sind das ›Buch der Sprichwörter‹, auch ›Sprüche Salomos‹ im AT. Proverbien 11,22 (nicht: 21) lautet:

Ein schönes Weib ohne Zucht ist wie eine Sau mit einem goldenen Haarband.

127.12
Jean Astruc? – Potz Elohist & Jahwist

Der frz. Arzt und Bibelforscher Jean Astruc (1684–1766) gilt als Begründer der modernen Bibelkritik. In einer 1753 erschienenen Studie beschäftigt er sich mit der Unterscheidung einer elohistischen und einer jahwistischen Quelle der fünf Bücher Mose.

127.15
Die Währungs=Tabelle im Buch ALMA 11=5, undsoweiter ‹Senine, Seon, Shum, Limnah.›

›Alma‹ ist ein Buch aus dem dem ›Buch Mormon‹. Vers 11,5 lautet:

Now the reckoning is thus—a senine of gold, a seon of gold, a shum of gold, and a limnah of gold.

127.16
Zweite NEPHI, 5=15 angeblich etwas über Bearbeitunk ?

›Nephi‹ ist ein Buch aus dem ›Buch Mormon‹. 2. Nephi 5,15 lautet:

And I did teach my people to abuild buildings, and to work in all manner of wood, and of iron, and of copper, and of brass, and of steel, and of gold, and of silver, and of precious ores, which were in great abundance.

127.25
‹Cardinal Spellman›

Vermutlich Anspielung auf Francis Joseph Kardinal Spellman (1889–1967), Erzbischof von New York und Leiter der Militärseelsorge der USA.

129.2
Unwirrsch

»Hans Unwirrsch« ist der Name des Helden in Wilhelm Raabes Roman ›Der Hungerpastor‹.

129.25
»Es handelt sich allerdinx mehr um Beta=Orionis, mein Kint.«

»Beta Orionis« ist der astronomische Name für Rigel, den hellsten Stern im Sternbild Orion.

129.31
Sie liepte, es ist Frauenweise, solche Youngsnachtgedankn

S. den Kommentar zu S. 116.26