Kleine Chronologie zu ›Kaff‹

Die folgende Chronologie zu ›Kaff auch Mare Crisium‹ stützt sich auf die bislang publizierten Materialien und muss notgedrungen unvollständig und fragmentarisch bleiben. Sie versteht sich daher nur als vorläufiges Grobgerüst zur ersten Orientierung, das eine spätere Arbeit ergänzen und, wo nötig, revidieren muss.

Die Quellen werden mit Kürzel (s. dazu das Abkürzungsverzeichnis) und Seitenzahl angegeben, auf die Müthersche Bibliographie wird mit Ordnungsziffern verwiesen.

um 1925 In Arno Schmidts Klasse werden Hebbels ›Nibelungen‹ mit verteilten Rollen gelesen (Schmidt liest König Gunther); diese Lektereerfahrung ist eine der Quellen der Nibelungen-Parodie in ›Kaff‹.
PeK, S. 9
13.6.1953 Schmidt macht Notizen zu zwei geplanten Büchern: ›Die Reise ins Blaue hinein‹ und ›Die Stadt der Vergnügten‹
SmP, S. 197
Januar 1954 Niederschrift von ›Kosmas oder Vom Berge des Nordens‹; hier denkt der Ich-Erzähler Lykophron beim Anblick des Mondes an ein Buch namens ›Die Stadt der Vergnügten‹.
BA I, 1, S. 485
November 1955 Schmidt nennt in den ›Berechnungen II‹ den geplanten Roman ›Die Stadt der Vergnügten‹ als Beispiel für einen Text, in dem die Erlebnisebenen E I und E II verschränkt werden; für die Niederschrift benötige er noch etwa ein Jahr ungestörter Arbeit.
BA III, 3, S. 282 u. 284
Juli/August 1957 Niederschrift der ›Gelehrtenrepublik‹; zu Beginn des im Jahr 2008 spielenden Romans erfährt Charles Henry Winer, dass der Mond bereits von verschiedenen Nationen kolonisiert und das Mare Crisium von den Chinesen besetzt gehalten wird.
BA I, 2, S. 230
1958/1959 Schmidt sammelt circa 1.200 Zettel zu ›Kaff auch Mare Crisium‹.
Titelblatt des Manuskripts
1./3.4. 1959 Schmidts besuchen mit Michels Hankensbüttel und die dortige Kirche mit ihren Deckengemälden. Schmidt überlegt, diese Erfahrung für ›Lilienthal‹ zu nutzen (das Material zu ›Lilienthal‹ ging in ›Kaff‹ ein).
BWM, S. 318
28./29.10. 1959 Zeitpunkt der irdischen Handlung des Romans.
BA I, 3, S. 91 u. 543
1.11.1959 Schmidt sammelt Notizen zum Roman.
BWM, S. 136
8.11.1959 Das erste Handlungsgerüst des Romans wird erstellt.
LDA, S. 10
13.11–19.12.1959 Niederschrift der Rohfassung; Schmidt arbeitet überwiegend in den frühen Morgenstunden. Das Manuskript umfasst 134 Seiten.
AS Tabu
1960/1970 Das Jahrzehnt, für das Karl Richter die atomare Vernichtung der Erde prognostiziert.
BA I, 3, S. 20
9.–14.1.1960 Durchsicht des Manuskripts.
AS Tabu
19.1.–29.2.1960 Reinschrift und letzte Korrektur des Romans.
AS Tabu
6.3.1960 Schmidt schickt das Manuskript an Krawehl.
Postauto Nr. 72, Anmerkung
10.3.1960 Datum des mit »D. Martin Ochs« unterzeichneten Vorworts des Romans.
BA I, 3, S. 9
8.4.1960 Krawehl bestätigt telegrafisch die Annahme des Manuskripts.
Postauto Nr. 72, Anmerkung
2.5.1960 Der Verlagsvertrag mit Stahlberg ist unterschrieben.
BES, S. 133
11.7.1960 Die Setzarbeiten am Roman haben begonnen.
BAA, S. 212
14.8.1960 Der Roman ist im Druck, der Schutzumschlag wird von Imre Reiner gestaltet.
BES, S. 139
27.9.1960 Die Fahnenkorrektur ist abgeschlossen, von der Umbruchkorrektur ist der erste Bogen fertig.
BWM, S. 174
1.11.1960 Der Roman wird gedruckt und gebunden.
BES, S. 148
25./27.11.1960 Der Roman soll in den ersten Dezembertagen auslieferungsbereit sein. Die Auslieferung des Romans soll laut Verlag am 2. Dezember beginnen; Schmidt rechnet eher mit dem 20. Dezember.
BWM, S. 184 u. 187
Dezember 1960 Kaff auch Mare Crisium erscheint bei Stahlberg in Karlsruhe. Das Buch hat 346 Seiten, der Einband stammt von Imre Reiner.
Müther, 1.2.11.1
16.5.1961 ›Kaff auch Mare Crisium‹ wird von der Darmstädter Jury zum »Buch des Monats Mai 1961« gewählt.
Müther, 1.2.11.2 (16.05.1961)
18.1.1969 Zum 55. Geburtstag Arno Schmidts erscheint als Privatdruck eine Sonderausgabe des Romans in einer Auflage von 25 nummerierten Exemplaren unter Verwendung des Buchblocks der Erstausgabe. Der Band ist mit sieben Radierungen von Eberhard Schlotter und acht Fotografien von Jürke Grau versehen.
Müther, 1.2.11.1 (18.01.1969)
Februar 1970 Der Roman erscheint als Taschenbuch im Fischer Taschenbuch Verlag (FTB 1080). Der Umschlagentwurf stammt von Hans-Jürgen Spon, ab dem 16. Tausend von Jan Bucholz und Reni Hirsch. Die Ausgabe erlebt zu Schmidts Lebzeiten mehrere Auflagen.
Müther, 1.2.11.1
1980 Das Jahr, in dem die Mondhandlung spielt.
BA I, 3, S. 9