Erläuterungen zu ›Kaff auch Mare Crisium‹

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Der Kommentar besitzt aktuell 300 Einträge. Die letzte Änderung erfolgte am 28. Mai 2017.

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70.7
‹Das Paradies der Mauerblümchen›

Anspielung auf Émile Zolas Roman ›Das Paradies der Damen‹.

 
70.30
‹Teckstilijn, Teckstilijn: die flanzt’ich auf mein Grab: ja=auf=mein=Grapp.›

Anspielung auf ein Volkslied des 18. Jahrhunderts:

Drei Lilien, drei Lilien, die pflanzt' ich auf ein Grab,
da kam ein stolzer Reiter und brach sie ab.
Juvivallerallerallerallera, juvivallerallerallerallera,
da kam ein stolzer Reiter und brach sie ab.

BB 17–18, S. 12
 
70.40
Und er (kalt; gefühllos; man merkte eben die Satem=Eltern)

In der älteren Sprachwissenschaft wurde die indoeuropäische Sprachfamilie in einen westlichen (Kentum) und einen östlichen Zweig (Satem) aufgeteilt.

BB 17–18, S. 12
 
71.1
Wenn ich den Wunsch nach einem Imbiß verschpüre, möchte ich nur sagn: »Wascha=wsoki=blagorodjai wiliki präwosch: kodietexwoj tackdalscha.« […] Mein bißchen Einbildunxkraft ‹hakte aus› vor dem Gedanken!

Den Witz hat Schmidt aus Kennans ›Zeltleben in Sibierien‹ (S. 38):

Ich bat daher den Major mich den entsprechenden russischen Ausdruck zu lehren und er antwortete mir, wenn ich zu essen wünsche, so möge ich nur sagen: [»]Waschawsokiblagorodiai wiliki prewoschkoditekswoi takdalschai.« Ich glaube, niemals fühlte ich noch eine derartige hochachtungsvolle Bewunderung vor der Wissenschaft, wie vor jener des Majors, als er diesen außergewöhnlich schwierigen Satz fließend und graziös aussprach. Wie viel Jahre geduldigen Fleißes mußte er verbraucht haben, ehe er in die Lage kam, seine erste Bitte um Nahrung aussprechen zu können! […] Meine Einbildungskraft entsetzte sich bei diesem Gedanken.

Ich sagte dem Major, er möge diesen fürchterlichen Satz auf ein großes Stück Papier schreiben, das er mir um den Halshänge [!], denn erlernen könnte ich ihn nie, ich wollte es auch nicht versuchen. Später kam ich dahinter, daß er meine Unerfahrenheit benutzte, um mir die schwierigsten und längsten Wörter seiner barbarischen Sprache für meinen Zweck anzugeben.

BB 20
[Kennan]
71.26
1 Hakawati=Märchenerzähler mühte sich.

Karl May will in seiner Kindheit ein Märchenbuch namens ›Der Hakawati‹ besessen haben, aus dem ihm seine Großmutter vorgelesen habe. Das Buch konnte nicht nachgewiesen werden. In Mays Drama ›Babel und Bibel‹ gibt es die Figur »Der Hākawāti (Märchenerzähler)«. – Siehe auch S. 101.

 
72.8
‹Frank C. Hirsh›=Block

Anspielung auf James Jones’ Roman ›Some Came Running‹ (dt. ›Die Entwurzelten‹), in dem der Protagonist Frank Hirsh davon träumt, dass später einmal ein Stadtviertel nach ihm benannt wird.

BB 17-18, S. 12
 
72.17
»If you feel ‹bored› –« […] »lesen Sie Psalm 104.«

(1) Lobe den Herrn, meine Seele! Herr, mein Gott, du bist sehr herrlich; du bist schön und prächtig geschmückt. (2) Licht ist dein Kleid, das du anhast. Du breitest aus den Himmel wie einen Teppich; (3) du wölbest es oben mit Wasser; du fährest auf den Wolken wie auf einem Wagen und gehest auf den Fittichen des Windes (4) der du machest deine Engel zu Winden und deine Diener zu Feuerflammen; (5) der du das Erdreich gründest auf seinen Boden, daß es bleibt immer und ewiglich. (6) Mit der Tiefe deckest du es wie mit einem Kleid, und Wasser stehen über den Bergen. (7) Aber von deinem Schelten fliehen sie, von deinem Donner fahren sie dahin. (8) Die Berge gehen hoch hervor, und die Breiten setzen sich herunter zum Ort, den du ihnen gegründet hast. (9) Du hast eine Grenze gesetzt, darüber kommen sie nicht, und müssen nicht wiederum das Erdreich bedecken. (10) Du lässest Brunnen quellen in den Gründen, daß die Wasser zwischen den Bergen hinfließen, (11) daß alle Tiere auf dem Felde trinken und das Wild seinen Durst lösche. (12) An denselben sitzen die Vögel des Himmels und singen unter den Zweigen. (13) Du feuchtest die Berge von oben her; du machest das Land voll Früchte, die du schaffest. (14) Du lässest Gras wachsen für das Vieh und Saat zu Nutz den Menschen, daß du Brot aus der Erde bringest, (15) und daß der Wein erfreue des Menschen Herz und seine Gestalt schön werde von Öl, und das Brot des Menschen Herz stärke; (16) daß die Bäume des Herrn voll Safts stehen, die Zedern Libanons, die er gepflanzet hat. (17) Daselbst nisten die Vögel, und die Reiher wohnen auf den Tannen. (18) Die hohen Berge sind der Gemsen Zuflucht und die Steinklüfte der Kaninchen. (19) Du machest den Mond, das Jahr danach zu teilen; die Sonne weiß ihren Niedergang. (20) Du machest Finsternis, daß Nacht wird; da regen sich alle wilden Tiere, (21) die jungen Löwen, die da brüllen nach dem Raub und ihre Speise suchen von Gott. (22) Wenn aber die Sonne aufgehet, heben sie sich davon und legen sich in ihre Löcher. (23) So gehet denn der Mensch aus an seine Arbeit und an sein Ackerwerk bis an den Abend. (24) Herr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weislich geordnet und die Erde ist voll deiner Güter. (25) Das Meer, das so groß und weit ist, da wimmelt's ohne Zahl, beide große und kleine Tiere. (26) Daselbst gehen die Schiffe; da sind Walfische, die du gemacht hast, daß sie drinnen scherzen. (27) Es wartet alles auf dich, daß du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit. (28) Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gut gesättiget. (29) Verbirgest du dein Angesicht, so erschrecken sie; du nimmst weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder zu Staub. (30) Du lässest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und verneuerst die Gestalt der Erde. (31) Die Ehre des Herrn ist ewig; der Herr hat Wohlgefallen an seinen Werken. (32) Er schauet die Erde an, so bebet sie; er rühret die Berge an, so rauchen sie. (33) Ich will dem Herrn singen mein Leben lang und meinen Gott loben, solange ich bin. (34) Meine Rede müsse ihm wohlgefallen. Ich freue mich des Herrn. (35) Der Sünder müsse ein Ende werden auf Erden, und die Gottlosen nicht mehr sein! Lobe den Herrn, meine Seele! Halleluja!

Luther-Bibel
73.24
völ=lich normal: ‹5 Finger hab’ich an jeder Hand›

Anspielung auf ein bekanntes Rätsel, bei dem die Satzzeichen irreführend gesetzt sind, und das in verschiedenen Variationen kursiert:

Es schrieb ein Mann an eine Wand:
Zehn Finger hab’ ich an jeder Hand,
fünfundzwanzig an Händen und Füßen.
Ihr werdet überlegen müssen.

BB 17–18, S. 13
 
73.29
‹MARION KERBY›

Den Namen entlehnte Schmidt Thorne Smith’ ›Topper: A Ribald Adventure‹ (1926).

BB 219
 
73.40
Im Block ‹Francis Parkman›

Anspielung auf James Jones’ Roman ›Some Came Running‹ (dt. ›Die Entwurzelten‹), dessen Hauptschauplatz das nach dem amerikanischen Historiker Francis Parkman (1823–1893) benannte Städtchen Parkman ist.

BB 17–18, S. 13
 
74.4
»Der neue ‹Weiße Fleck›, im ehemalijen Kansas, – der, der Gepflogenheit entsprechend, den Namen ‹HERTER› erhalten hat .....«.

Anspielung auf den amerikanischen Politiker Christian Archibald Herter, von 1959 bis 1961 Außenminister der USA.

BB 4, [S. 11]
 
75.17
PROSECUTORS prosecute the prosecuted=ones : should the prosecuted=ones prosecute their prosecuteors

Übersetzung des Anfangs von Helmut Heißenbüttels ›Politische Grammatik‹ (1959):

Verfolger verfolgen die Verfolgten. Verfolgte aber werden Verfolger.

BB 4, [S. 12]
[Heißenbüttel]
75.19
in Gertrude’s schteinichster Weis’

Anspielung auf Gertrude Steins berühmtes »A rose is a rose is a rose« aus dem Gedicht ›Sacred Emily‹.

BB 23
 
76.16
Freut Euch des Lärmes, weil noch das Lämpchen glüht .....

Verballhornung des Refrains von ›Freut euch des Lebens‹ von Johann Martin Usteri (1763–1827):

Freut euch des Lebens,
weil noch das Lämpchen glüht,
pflücket die Rose, eh’ sie verblüht.

BB 17–18, S. 13
 
77.21
»Waite Mare. –: Im Dämmer=Grooo.
Die Sonnö verglomm. Die Schtärrnö ziehn …«
[…]
»Nun jumpe ich hin, zu der schö=hö=hönstönn Frooo …«
[…]
»weit über Mare im Dämmer=Grooo ...«
(und auf den neuen Reim auf ‹ien› war ich doch neugierich; ‹Jasmin› dürfte man ja, der sentimentalen Folgen wegen, schwerlich verwendet habm .....: Ah: ‹Benzien›: sehr gut!)

Verballhornung des mehrfach vertonten Gedichts ›Traum durch die Dämmerung‹ von Otto Julius Bierbaum:

Weite Wiesen im Dämmergrau;
die Sonne verglomm, die Sterne ziehn,
nun geh' ich zu der schönsten Frau,
weit über Wiesen im Dämmergrau,
tief in den Busch von Jasmin.

BB 4, [S. 12]
[Quelle]
78.4
schlimmer wie bei Crébillons ! Widerlich .....

Anspielung auf Claude Prosper Jolyot de Crébillons galanten Roman ›Le sopha‹ (1742).

BB 4, [S. 12]
[Crébillon]
78.14
er hieß seitdem nur ‹Der Löscher›

Wilhelm Michels an Arno Schmidt (10. März 1957):

Am 28. Februar hat und der Nachfolger des Löschers mitsamt Frau und Kind verlassen […].

[Anmerkung des Hrsg.] »Löscher« war der Spitzname eines Erziehers in der Waldschule, der versehentlich […] Bandaufnahmen gelöscht hatte.

BB 219
BwM, S. 66 (Brief N. 66)
79.32
a WAC, so fair to see

WAC ist die Abkürzung für »Women’s Army Corp« der US-Armee.

BB 17–18, S. 13