Erläuterungen zu ›Kaff auch Mare Crisium‹

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Der Kommentar besitzt aktuell 300 Einträge. Die letzte Änderung erfolgte am 28. Mai 2017.

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40.7
Schtarkbehaarte Sassen

Die Sassen waren ein Stamm des baltischen Volkes der Pruzzen und lebten in der gleichnamigen Landschaft. Nach der Eroberung des Landes durch den Deutschen Orden gingen die Sassen zusammen mit anderen pruzzischen Stämmen, deutschen Siedlern und zugewanderten Polen aus Masowien in den Masuren auf.

[Wikipedia]
40.7
Kerls mit ungeschnobenen Nasn: Flotzmäuler

Das Flotzmaul (lat. Planum nasolabiale) ist die Verschmelzung von Naseneingang und Oberlippe bei Rindern.

[Wikipedia]
40.24
Bakkalaureus Magister Heißedoktorgar

Bakkalaureus ist der niedrigste akademische Grad; die Stelle selbst eine Anspielung auf Goethes ›Faust I‹:

Heiße Magister, heiße Doktor gar

BB 23
[Faust I]
41.18
Rumpf & Erinnerunk werden Einem leicht zur Last

Am 13. Juli 1957 notierte Arno Schmidt in seinem Tagebuch:

Rumpf & Erinnerung werden einem zur Last!

 
42.33
Und an dem zweiten wär’ schon ma n ‹Tückebote› gesehen worden: früher

Norddeutsche Bezeichnung für ein Irrlicht.

BB 17–18, S. 8
 
43.6
Geboren am Tage der Schlacht von Bannockburn

Die Schlacht von Bannockburn war eine der entscheidenden Schlachten in den schottischen Unabhängigkeitskriegen und fand am 23./24. Juni 1314 statt.

BB 23
 
45.16
‹Und immer fragt der Seufzer: Wo ?› ‹Schmidt von Lübeck›

Anspielung auf ›Des Fremdlings Abendlied‹ von Georg Philipp Schmidt (genannt »Schmidt von Lübeck«), von Franz Schubert als ›Der Wanderer‹ vertont. Schmidt zitiert dieses Gedicht auch in ›Fouqué und einige seiner Zeitgenossen‹, vgl. BA III, 1, S.267.

Des Fremdlings Abendlied
Ich komme vom Gebirge her,
Es dampft das Tal, es braust das Meer.
Ich wandle still, bin wenig froh,
Und immer fragt der Seufzer, wo?

Die Sonne dünkt mich hier so kalt,
Die Blüte welk, das Leben alt,
Und was sie reden, leerer Schall;
Ich bin ein Fremdling überall.

Wo bist du, mein geliebtes Land?
Gesucht, geahnt, und nie gekannt!
Das Land, das Land so hoffnungsgrün,
Das Land, wo meine Rosen blühn.

Wo meine Freunde wandelnd gehn,
Wo meine Toten auferstehn,
Das Land, das meine Sprache spricht,
O Land, wo bist du? …

Ich wandle still, bin wenig froh,
Und immer fragt der Seufzer, wo?
Im Geisterhauch tönt’s mir zurück:
Dort, wo du nicht bist, dort ist das Glück.

BB 17–18, S. 8
 
47.16
‹Haine à la Royauté›

»Hass auf die Regierung«; während der französischen Revolution oft benutzte Formulierung.

 
47.38
Ne pouvant me corrompre, ils m’ont assassiné

»Sie konnten mich nicht korrumpieren, sie haben mich getötet.« Der Satz stand unter dem Gemälde ›Der Tod des Marat‹ von Jacques-Louis David.

BB 17–18, S. 9
 
47.40
und weiter ging der helleborose Farrago

»Helleborus« ist der lateinische Name für »Nieswurz«, »farrago« ist englisch für »Durcheinander / Mischmach«; vgl. auch S. 96:

»Was hasdu heut Nachmittag eigntlich mit dem ‹helleborosn Farrago› gemeent?«; Hertha; tiefsinnich.: »Einen ‹nieswurzwürdijen Mischmasch›.«

 
48.15
‹Schpalterflagge› ? : »[…] Hammersichelährenkranz […].«

Die Fahne der DDR wurde in den fünfziger Jahren in der BRD als »Spalterflagge« bezeichnet. Sie zeigt allerdings Hammer, Zirkel und Ährenkranz.

BB 17–18, S. 10
 
48.19
Ein Blatt wie Fauchet’s ‹EISENMUND› fehlt uns

Gemeint ist das von François-Claude Fauchet begründete demokratische Journal ›Bulletin de la Bouche de fer‹ (1790–1791).

BB 17–18, S. 9
 
48.22
Lambe mihi!

Latein: »Leck mich!«

BB 17–18, S. 9
 
48.46
ich hör’ jeden Abmd mein Leipzich=lob=ich=mir!

Anspielung auf Goethes ›Faust I‹, Auerbachs Keller, Vers 2171 f.:

Frosch.
Wahrhaftig du hast Recht! Mein Leipzig lob’ ich mir!
Es ist ein klein Paris, und bildet seine Leute.

BB 17–18, S. 9
Goethe
49.1
Schon mehrfach gedachte die Dummheit, sich als unangreifbar zu konstituieren

S. Kommentar zu S. 35.14.

 
49.2
‹bundeseigene Sender›

Konrad Adenauer versuchte Ende der 50er-Jahre ein vom Bund kontrolliertes zweites bundesweites Fernsehprogramm zu etablieren, das von einer »Deutschland-Fernsehen GmbH« getragen werden sollte. Die Gründung einer solchen GmbH wurde erst vom Bundesverfassungsgericht am 28. Februar 1961 als nicht mit dem Grundgesetz vereinbar verworfen.

BB 219
[Quelle]